Für mehrere Fotografen ist die Stelle allerdings nicht so geeignet, denn die ideale Fotoposition befindet sich auf einem kleinen Bootsanleger und bietet max. 2 Leuten vernünftig Platz. Aus den Taschen fallen sollte einem da auch nichts, denn man steht bereits über der Elbe.
Die Fotos sind vom 01. Juni 2017.
Kaum angekommen, die Kamera noch nicht passend eingestellt, kam bereits der erste Güterzug angefahren, bespannt mit 189 016 von DB Cargo:

Für den ersten Probeschuss aber gar nicht übel, trotz Wolkenschatten auf der Burg.
Eine Viertelstunde später kam 122 035 von ČD Cargo mit einem gemischten Güterzug:

Im Abstand fuhr 162 040 "Růženka" (dt. Röschen) mit dem Os (Nahverkehrszug) 6411 nach Lysá nad Labem:

Wiederum im Abstand 189 013 von DB Cargo mit einem KV-Zug:

Danach ein halbe Stunde nichts. Die Zugfolge auf der Strecke ist sehr unterschiedlich - mal durchwachsen, mal kommt eine halbe Stunde oder länger gar nichts, danach dann mehrere Züge im Abstand.
Schließlich kam der R (Schnellzug) 789 nach Kolín (Köln an der Elbe) vorbeigefahren, gezogen von 162 011. Sie wirbt dauerhaft für das firmeneigene Museum der ČD in Lužná u Rakovníka (Luschna bei Rakonitz).
Mit dieser Garnitur bin ich, von Prag kommend, ab Všetaty angereist und abends auch wieder zurück gefahren. Stilecht im Bautzener Schnellzugwagen mit richtigen Abteilen, Übersetzfenstern und Klotzbremsen. Das wird es in dieser Form in Tschechien leider auch nicht mehr ewig geben. Seit Jahren wird fleißig modernisiert und das, ähnlich wie in Deutschland, auch von oben herab so gefordert.

20 Minuten später ein Taktverstärker nach Štětí - 163 077 "Lenička" mit dem Os 6455:

Ein Blick in die Gegenrichtung. Vom Bf Sebuzín her kamen die Transistoren 742 260 und 529 von IDS Cargo mit einem Kesselzug.

Wiederum eine halbe Stunde später ČD Cargo mit 163 233, am Haken 122 007 und einen Škoda-Autozug nach Děčín východ und anschl. weiter nach Deutschland.

Wieder Richtung Nymburk: 130 011 mit einem KV-Zug.

Die Reihe 130 unterscheidet sich von den fast baugleichen 122 und 123 durch die eingebaute elektrische Bremse, was sich äußerlich durch die großen Lüftergitter im Dachbereich bemerkbar macht. Ansonsten sind es immer noch klassische Gleichstromloks mit Widerstands-Steuerung, die beim Beschleunigen für eine herrliche Soundkulisse sorgen. Das gilt an dieser Stelle ganz besonders, denn die Akustik ist dort im engen Elbtal... nennen wir's mal eigenartig.
Besonders die Güterzüge durchfahren den Bf Střekov langsam, zumal sie, wenn sie vom Westbahnhof (Ústí nad Labem západ) kommen, nur mit 30 km/h über die Elbebrücke dürfen (das gilt allerdings für alle Züge), und beschleunigen bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof wieder auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Man hört sie schon eine Weile, bevor man sie zu Gesicht bekommt, allerdings klingt es phasenweise, als würde der Zug am linken Elbufer fahren, da der Schall von da zurückgeworfen wird. Und eben dort befindet sich ja auch eine Bahnstrecke: Die Fernbahn Prag - Děčín, auf der sich u. a. die EC-Züge austoben dürfen. Man kann also durchaus ein paar Parallelen zum Mittelrheintal ziehen...
--- Fortsetzung folgt ---