Presse-Mitteilung zu den Infrastrukturproblemen rund um Mainz - insbesondere nach der
Sperrung der Strecke F-Höchst - Wiesbaden aufgrund der Lokentgleisung in Hattersheim:
Zweckverband ÖPNV: Die Baustellensituation ist aus dem Ruder gelaufen
Schlecht geplante Baustellen, Umleitungstrecke nach Entgleisung gesperrt, schadhafte
Schwellen bringen das Ersatzkonzept in Schieflage: ZÖPNV fordert einen kurzfristig um-
zusetzenden ´Dreiklang´ bei den Baustellen rund um Mainz - Wann und wie entschuldigt
sich die DB bei den Kundinnen und Kunden?
„Schlecht geplante Baustellen, die einzige Umleitungsstrecke ist nach der Entgleisung bei Hatters-
heim gesperrt, in Ingelheim bringen schadhafte Schwellen das Ersatzkonzept schon wieder in eine
Schieflage: Die DB InfraGO ist auf dem besten Wege, den Schienenverkehr für Mainz und Rheinhes-
sen zu demolieren. Wir haben vor dem Jahreswechsel eine Notbremse gefordert (s.u.).
Was jetzt passiert bestätigt uns darin, dass der Umfang so nicht beherrschbar ist. Wir brauchen
jetzt keine sogenannten ´Stakeholderveranstaltungen´, bei denen häppchenweise die Grausam-
keiten der jeweils nächsten drei Monate verkündet werden, sondern eine gute Planung, Ehrlich-
keit und Transparenz. Und nicht erst irgendwann, sondern jetzt“, erklärt Verbandsdirektor Michael
Heilmann vom ZÖPNV Süd angesichts der aktuelle Misere im Schienenverkehr rund um Mainz.
Die aktuelle Situation nach der Entgleisung bei Hattersheim mache deutlich, dass die Bahnverbin-
dung zwischen den Großstädten Mainz, Wiesbaden und Frankfurt/M nicht nur an einem seidenen
Faden hängen darf. Bei Baumaßnahmen mit mehreren Tagen Dauer muss es einen Plan B geben,
falls die Ausweichstrecke gestört wird. Die derzeitige Situation, dass es mehrere Tage – die DB-
Prognose spricht vom 23. Januar - keinen Zugverkehr zwischen Frankfurt und Mainz gibt, ist völ-
lig inakzeptabel.
Hinzu komme die kritische Situation Ingelheim. „Zunächst musste wegen schadhafter Schwellen im
Dezember das Gleis 1 gesperrt werden. Jetzt können die Züge nicht über Gleis 2 fahren, weil dort
wieder Schwellen schadhaft sind. Dies hat zur Folge, dass alle Züge Richtung Bingen und Bad Kreuz-
nach dort nicht halten können. ´Reisende müssen entweder mit dem Zug nach Gau Algesheim fahren
und von dort mit einem anderen Zug wieder nach Ingelheim zurück oder gleich den Bus von Mainz
nach Ingelheim nehmen – ein unhaltbarer Zustand, der laut ersten Prognosen der DB InfraGO bis ein-
schließlich kommenden Montag, den 26.01.2026 (!) andauern soll.
Nach Auffassung der Geschäftsstelle des ZÖPNV Süd stellt sich jetzt ganz klar die Frage nach der Vor-
bereitung und der Verantwortung: Wurde denn die Infrastruktur am linken Rhein ausreichend geprüft,
ob sie den Belastungen während der Bauphase standhält? Was bedeutet dies für die fünf Monate wäh-
rend der Sperrung der Rechten Rheinstrecke ab Juli dieses Jahres, wenn wegen solcher Überraschun-
gen dann plötzlich auch die linke Rheinstrecke nicht mehr voll belastbar sein würde?
„Die Baustellensituation ist aus dem Ruder gelaufen. Was muss noch passieren, bis hier jemand die
Notbremse zieht?“ macht Verbandsdirektor Heilmann deutlich und ergänzt: „Wieder viel mehr
´Bauen unter dem rollenden Rad´ muss geprüft werden. Der DB Konzern hat es nahezu verlernt,
bei laufenden Betrieb zu bauen. Früher war es oberstes Gebot, dass so viel wie möglich Züge trotz
Baumaßnahmen fahren können. Heute sind selbst wegen Kleinstmaßnahmen, wie z.B. dem Bau von
Kabelkanälen für das neue Stellwerk in Mainz Vollsperrungen notwendig. Dies ist für die Kunden
unzumutbar“.
Der ZÖPNV fordert deshalb einen kurzfristig umzusetzenden ´Dreiklang´ im Umgang mit den Bau-
stellen rund um Mainz und am linken Rhein:
1. Sofortige Überarbeitung der Baustellenplanung, um unverhältnismäßige Angebotsverschlech-
. -terungen möglichst zu vermeiden und in eine beherrschbare Betriebsführung überführen.
2. Eine ehrliche, transparente Darstellung dessen, was die Fahrgäste in den nächsten vier Jahren
. -erwartet. Die DB InfraGO weiß sehr genau, welche Projekte auf der Agenda stehen und muss in
. -den ergebnisoffenen Dialog mit der Region treten, wie dies umgesetzt werden kann.
3. Eine umfassende Entschuldigungsaktion. Die aktuellen und künftigen Zumutungen sind zu groß.
. -Wir sind auf die Vorschläge der DB gespannt - so denn welche kommen.
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ZÖPNV Rheinland-Pfalz Süd am 15. Dezember 2025 | Presse-Mitteilung:
Zweckverband ÖPNV fordert ´Notbremse´ beim Baustellenmanagement
der DB rund um Mainz und am linken Rhein
DB InfraGO AG sperrt in der Vorweihnachtszeit die linke Rheinstrecke auf zwei Streckenabschnitten
– weitere Sperrungen angekündigt. | Drastische Einschnitte nicht mehr tragbar
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Ausgangsmeldung ist die PM der DB aus Frankfurt vom 25. November 2025, 10:29 Uhr,
die den Eindruck vermittelt, dass alles bestens vorher abgestimmt wurde:
Bahn modernisiert Infrastruktur rund um Mainz: Fahrgäste kommen trotz
großem Bauvolumen mit Zügen und Ersatzangeboten ans Ziel – Keine Ein-
schränkungen an den Weihnachtstagen
Bauteams erneuern ab Dezember Vielzahl von Gleisen, Weichen, Oberleitungen
und Technik • Zeitlich versetzte Bauschwerpunkte auf Strecken von Mainz in Rich-
tung Frankfurt, Groß-Gerau, an den Mittelrhein und nach Wiesbaden • Planung der
Verkehre mit Eisenbahnen und Aufgabenträgern für bestmögliches Angebot • Fahr-
planänderungen sukzessive in den Auskunftssystemen
Ab Dezember saniert und modernisiert die Deutsche Bahn (DB InfraGO) Stück für Stück den
Eisenbahnknoten Mainz. Dafür bündelt die DB zahlreiche notwendige Bauarbeiten – vor allem
auf den Strecken von Mainz in Richtung Frankfurt, nach Groß-Gerau und an den Mittelrhein
sowie zwischen Mainz und Wiesbaden.
Im Fokus stehen insbesondere die Erneuerung von Gleisen, Weichen und Oberleitungen sowie
Vorarbeiten für moderne Stellwerkstechnik. Auch die Planer der Regionaltangente West wollen
diese voranbringen.
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