Wiederbelebungsversuch....
Diesmal mehrere Bilder der gleichen Übergabe mit einer kleinen Geschichte dazu:
Ein Anruf beim Fdl Linz/Rhein (damals bekam man solche Nummern noch über die Auskunft oder aus dem Telefonbuch) lockte mich an einem nebligen Vormittag ins Rheintal. Ist es ja bekanntlich heute möglich, die Kasbachtalbahn im Stundentakt per 798 zu erkunden (Was zu diesem Zeitpunkt niemand für möglich gehalten hätte, so lag sie doch damals in den letzten Zügen), so war die Übergabe nach Kalenborn zum gleichnamigen Schmelzbasaltwerk ein vielleicht nicht unbedingt seltenes, aber dafür ein unregelmäßiges Ereignis. Wie oft erhielt man damals von Fahrdienstleitern überall am Fuße einer interessanten Nebenbahn die Antwort "Ach, da hast Du aber Pech, gestern war Bedarf und morgen fährt die Übergabe auch wieder...! Aber heute ist nix!" - ich hatte aber mal richtig Glück, und durfte sogar noch das Reibungsgewicht der Lok um jugendliche 65 kg erhöhen....das waren noch Zeiten...
An diesem Tag war die Fuhre sogar grenzlastmäßig ausgelastet, die 213 mit der höchsten Nummer hat es trotz miserabler Reibungsverhältnisse geschafft, den Vorstellwagen Pwgs 041 hat sie bereits vor dem EG "geparkt" und will nun die Wagen zustellen....die Schlußleuchten von der geschobenen Fahrt sind noch eingeschaltet, denn eine Überraschung haben Lok- und Zugführer schon bei der Einfahrt erfahren, da kann man sowas schon mal "vergessen"...
Die Wagen werden wohl heute nicht mehr zugestellt werden, und die Talfahrt nur aus dem Begleitwagen bestehen, denn ein Wagen für den Ausgang bei Kalenborn hatte es so eilig, daß er nicht auf die Rangiermannschaft warten wollte, und sich schon mal auf den Weg zum Werkstor gemacht hatte. Glücklicherweise (denn dieses hätte ihm vor der 57-‰-Talfahrt nur wenig Widerstand geboten) wurde er dort vom "5000-Hertz-Magneten" unsanft gebremst, manche nennen das Ding auch "Hexe", "Hund" oder "Gleissperre". Ein Autokran war schon bestellt und vor Ort, die Arbeiten sollten sich jedoch noch ein Weilchen hin ziehen...
Natürlich wäre es energetisch und fahrplantechnisch Unfug gewesen, den Kram wieder mit ins Rheintal zu nehmen, und so wurde die Fuhre aus zwei Fc-Wagen Rohmaterial, einem leeren Gs und einem Flachwagen mit zwei leeren 20'-Containern oben "fluchtsicher" geparkt, der wichtige Vorstell- und Begleitwagen wieder an den Haken genommen....(wobei sich hier einmal mehr der enorme fotografische Gewinn der heutigen Vorschrift, das Spitzensignal Zg1 auch bei Tage zu führen, zeigt)
...und hinab nach Linz getuckert, wo der Wagen an die Seite gestellt wurde, denn auf die 213 warteten rheinaufwärts auf dem Weg zurück nach KO-Lützel noch mehr Aufgaben. Als nächstes wäre dann Solvay in Bad Hönningen dran. 213 341 parkt schon mal vor dem entsprechenden Sperrsignal und wartet auf eine Lücke.
Auch heute noch kann man gelegentlich eine 213 in Kalenborn bewundern, die seit Jahren nicht nur im Ausflugsverkehr sehr aktive Eifelbahn besitzt 4 dieser Bergziegen mit hydrodynamischer Bremse (und damit 40% aller je gebauten 213!), wovon derzeit aber nur die 336 in regelmäßigem Einsatz ist, und ein Torso (337) nur noch als Ersatzteilspender dient, während sich 332 und 333 in Revision befinden. Schön, daß diese Maschinen immer noch in ihrer alten Heimat aktiv sind.
Vielleicht wird es ja was mit der Reanimation des Beitrages, und wir bekommen noch mal ein paar schöne Fuhren zu sehen
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
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"Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich...!"
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