Hunsrück-Querbahn - wie geht es weiter ?

Knipser1
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Re: Hunsrück-Querbahn - wie geht es weiter ?

Beitrag von Knipser1 »

Markus Göttert hat geschrieben:
Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben:............wären es wohl 20 Mio. EUR :roll: .
Was sind schon 20 000 000 wenn man sich da den Wohnsitz eines Kirchenmannes anschaut. :twisted: :twisted: :twisted:

...und die Bahn kommt mehr als nur einem zu Gute ;-)
Florstädter
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Re: Hunsrück-Querbahn - wie geht es weiter ?

Beitrag von Florstädter »

Moin ...

auch wenn ich mir jetzt den Zorn des ein oder anderen frommen Menschen einfange ,

habt ihr mitbekommen was da an Euromengen offengelegt wurden ?? ,

von den nichtbezifferten Liegenschaften mal ganz zu schweigen .

Was könnte man damit alles erhalten , wieder aufbauen und betreiben .

Gruß Uwe
Manche Leute haben das Bahlsen-Syndrom: Sie haben einen an der Waffel und sie gehen einem auf den Keks
Rolf
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Re: Hunsrück-Querbahn - wie geht es weiter ?

Beitrag von Rolf »

Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben:
Rolf hat geschrieben:48 Minuten Fahrtzeit wären natürlich eine "Hausnummer"! Und was hätte das gekostet?
Wenn ich mich richtig erinnere - ist ja auch fast 20 Jahre her - war von 5 - 10 Mio. DM die Rede. Heute wären es wohl 20 Mio. EUR :roll: .
Das ist aber kein Pappenstiel! Wenn man bedenkt, dass die gut ausgebaute Autobahn und weitere gute Straßen von Trier bis Hermeskeil führen, und der Bus quasi ohne Streckenkosten fährt, ist die Bahn in dieser schwach besiedelten Region nicht konkurrenzfähig und nun mal viel teurer als der Bus. Die Bahn macht als Massenverkehrsmittel immer Sinn, auch in der Fläche, wenn genug Potential vorhanden ist. Aber es wohnen so wenige Leute an dieser Strecke, da bekommt man die Züge bei einem vernünftig dichten Takt (Stundentakt) bestimmt nicht annähernd voll. Schade eigentlich. Immerhin ist ja die Trasse noch durchgängig erhalten, zum Glück nicht verbaut oder zerstückelt, als Fahrradweg weiter in der Hand des Staates, denn wer weiß, vielleicht braucht man sie ja eines fernen Tages wieder ...
Bernd Heinrichsmeyer
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Re: Hunsrück-Querbahn - wie geht es weiter ?

Beitrag von Bernd Heinrichsmeyer »

Keine Frage - durchgehend bis Hermeskeil volkswirtschaftlich Unsinn. Im unteren Talabschnitt hätte jedoch genau dieses höhere Potential bestanden und die morgendlichen Staus im unteren Ruwertal strafen jeden Kritiker Lügen. Aber so ist es nun. Die Trasse wurde von Betriebszwecken freigestellt. Ein Wiederaufbau als Neubaustrecke mit Planfeststellung und Plangenehmigung würde derartige Summen verschlingen, da wäre vmtl. ein Transrapid ins Ruwertal billiger ;-). Wenn ich daran denke, wie bürokratisch es in Deutschland ist, 25m Haltepunkt auf freiem Feld genehmigen zu lassen ....
Bernd Andreas Heinrichsmeyer
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Rolf
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Re: Hunsrück-Querbahn - wie geht es weiter ?

Beitrag von Rolf »

Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben:... Im unteren Talabschnitt hätte jedoch genau dieses höhere Potential bestanden und die morgendlichen Staus im unteren Ruwertal strafen jeden Kritiker Lügen. ....
Das überzeugt!
Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben:... Ein Wiederaufbau als Neubaustrecke mit Planfeststellung und Plangenehmigung würde derartige Summen verschlingen, da wäre vmtl. ein Transrapid ins Ruwertal billiger ;-). Wenn ich daran denke, wie bürokratisch es in Deutschland ist, 25m Haltepunkt auf freiem Feld genehmigen zu lassen ....
Wenn die Bahn in der hintersten Provinz wirklich wieder gebraucht wird, was ich zwar nicht für sehr wahrscheinlich halte, aber Mangels Glaskugel nicht ausschließen würde, kann man Gesetze auch ganz schnell ändern. Und Verfahren beschleunigen.

Ich drücke die Daumen, dass es mit der Strecke Hahn-Simmern-Bingen besser läuft. Da sollte ausreichend Potential vorhanden sein!
Rolf
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Re: Hunsrück-Querbahn - wie geht es weiter ?

Beitrag von Rolf »

Die Freunde des Airport Hahn rechnen gerade akribisch nach, wie sich die Sommersaison in Hahn 2014 bei Ryanair darstellen wird. Nach Auszählung der buchbaren Verbindungen kommen die Experten auf eine Flieger weniger. Das heißt, dass Ryanair das Angebot ab Hahn weiter deutlich zurück nimmt. Zuletzt waren etwa 10 Jets in Hahn stationiert. Das wäre somit ein Rückgang um ca. 10% von 2013 auf 2014. Dies passt auch zu der Ankündigung von Ryanair, künftig stärker an den großen Flughäfen der Metropolen aktiv zu werden. So hat die irische Fluggesellschaft gerade erst bekannt gegeben, künftig ab Brüssel Zaventem und Rom Fiumicino zu fliegen. Amsterdam soll gerüchteweise bald folgen. Da die ersten Jets aus der letzten Großbestellung bei Boeing (175 Stück) erst Ende 2014 ausgeliefert werden, kann diese Expansion nur zu Lasten der dezentralen Flughäfen gehen, wovon Hahn betroffen sein dürfte. Das bedeutet, dass der Flughafen Hahn immer tiefer in die Krise rutscht und im Hinblick auf eine Renovierung der Bahnstrecke immer mehr an Gewicht verliert.
http://www.hahn-infos.com/forum4/showth ... gplan-2014
jojo54
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Re: Hunsrück-Querbahn - wie geht es weiter ?

Beitrag von jojo54 »

Hallo,

was Raynair betrifft, so waren in der abgelaufenen Sommersaison acht, max. neun Maschinen ab dem Flughafen Hahn im Einsatz.
Derzeit sind es fünf. Zu Glanzzeiten waren es zwölf.

Man sollte sich den Flugplan im SWR-3 RLP-Videotext, Tafel 530 und 531 ansehen und da wird man feststellen, welche riesigen Lücken es im Winterflugplan gibt.

Mit solchen Angeboten wird man die Hunsrückquerbahn nicht zu neuen Leben erwecken.

MfG
jojo54
Rolf
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Re: Hunsrück-Querbahn - wie geht es weiter ?

Beitrag von Rolf »

Ryanair legt im Winter immer einen Teil der Flotte still. Um einen Trend auszulesen, muss man Sommer mit Sommer und Winter mit Winter vergleichen. Dann kann man erkennen, dass der Trend langsam abwärts geht.
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Lochris
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Re: Hunsrück-Querbahn - wie geht es weiter ?

Beitrag von Lochris »

Hallo,
Bahngegner hat geschrieben:Ich finde es erstaunlich, wie sehr man doch, wenn man einer von einer Sache begeistert ist, die Fakten in den Hintergrund schiebt.
Wir haben eine tolle Landschaft im Hunsrück, keine Frage, aber was soll eine fixe Eisenbahnverbindung hier?
Günstiger und umweltfreundlicher als das Verkehrsmittel Auto sein? Fakt!
Bahngegner hat geschrieben:Gerade erst im August diesen Jahres hat die DB bekannt gegeben, in Trier die Fernverkehrsverbindungen ab Dezember 2014 deutlich einzuschränken.
"Deutlich einschränken" ist eine nette Umschreibung von "Komplett einstellen".
Bahngegner hat geschrieben:Glauben Sie allen ernstes, dass eine Bahnverbindung mehr/neue Touristen in den Hunsrück bringt? Wir haben mit der B50 und dem in naher Zukunft fertiggestellten Hochmoselübergang eine traumhafte Verkehrsanbindung...
Ja, aber mit welchem Verkehrsmittel? Umweltfreundlicher und zukunftssicherer ist die Bahn auf jeden Fall, wenn sie denn funktioniert und nicht kaputtgespart wird.
Bahngegner hat geschrieben:Die öffentlichen Kassen sind leer, die Kommunen müssen sparen, in Zeiten von Entschuldungsfonds und Kostenbremsen an jeder Ecke ist kein Geld für solche Späße da.
Logisch: Denn für Straßenbau ist dank diverser Lobbys immer Geld da, auch wenn keins da ist. Ebenfalls der Grund fürs Kaputtsparen der Bahn und die Einstellung von Verbindungen, wie des Fernverkehrs nach Trier.
Bahngegner hat geschrieben:Ich suche verzweifelt nach halbwegs nachvollziehbaren Belegen in diesem Forum, die zeigen, dass sich eine Hunsrück-Querbahn lohnt.
Die Bahn an sich wird sich vielleicht nicht lohnen, aber die Nebeneffekte vermutlich.

Viele Grüße,
Christian
Eike
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Re: Hunsrück-Querbahn - wie geht es weiter ?

Beitrag von Eike »

Lochris hat geschrieben:Hallo,

Günstiger und umweltfreundlicher als das Verkehrsmittel Auto sein? Fakt!

Ja, aber mit welchem Verkehrsmittel? Umweltfreundlicher und zukunftssicherer ist die Bahn auf jeden Fall, wenn sie denn funktioniert und nicht kaputtgespart wird.

Viele Grüße,
Christian
Das sind doch alles Phrasen, die gerade auf einer Nebenbahn im Hunsrück nicht stimmen. Dort ist eine Bahn weder günstig noch besonders umweltfrundlich und "zukunftssicher" sagt ja nun auch nichts aus, gerade im Vergleich zur Individualmobilität.

Gruß Eike
Pro 3.+4. Gleis der Rheintalbahn - Contra dem Bahnlärm durch Sparen am Lärmschutz durch die DB!

IGEL Breisgau - http://www.igel-breisgau.de
Bernd Heinrichsmeyer
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Re: Hunsrück-Querbahn - wie geht es weiter ?

Beitrag von Bernd Heinrichsmeyer »

Für die Reaktivierung der Bahnstrecke Langenlonsheim - Hahn geht es nicht um betriebswirtschaftliche Wirtschaftlichkeit. Es geht auch nur näherungsweise um volkswirtschaftliche Wirtschaftlichkeit (wobei an dieser Frage sicher die meisten Argumente festgemacht werden können und es in beide Richtungen eine Gradwanderung ist).
Es geht darum, ob das Projekt politisch gewollt ist, oder nicht. Wenn Ersteres der Fall ist, dann spielt es gar keine Rolle, ob es 100 Mio, 120 Mio oder 200 Mio EUR Steuergeld kostet. Das Geld ist dann mirakulös auf einmal da und los geht es. Dann ist es auch egal, ob 100 oder 500 Leute am Tag mitfahren, denn schließlich hat man dann ja die 200 Mio + Teuerungszuschlag .... verbuddelt und kommt aus der Nummer nicht mehr raus. Die Wirtschaftlichkeit wird sich dann, besonders vor Wahlen, schon passend schön geredet. Der Nürburgring war aus Sicht der Landesregierung auch einmal wirtschaftlich .... . So kann es gehen.
Zum Rest der Hunsrückbahn - da dürften die Wolken wohl sehr dunkel geworden sein. Zumindest bis Morbach besteht noch die Hoffnung, dass auch 2014 der ZV SPNV Nord wieder die Ausflugsfahrten bezuschusst.
Bernd Andreas Heinrichsmeyer
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Markus Göttert
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Hunsrück-Querbahn

Beitrag von Markus Göttert »

- Landflucht. Es gibt fast keinen jungen Hunsrücker der nicht sein Glück in der Ferne sucht.
Da spielt auch der schlechte ÖPNV eine entscheidene Rolle.
Ungezählte Pendler kämpfen mit Stress auf der Autobahn. Wohin das hinführt, zeigen unzählige Sendungen im Fernsehen usw

- Überalterung. Eine Folge der Landflucht im Hunsrück. Ich selbst kann mir nicht vorstellen im Alter hier zu wohnen.
Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, Kultur ohne Auto nicht zu erreichen.
Fachärzte findet man oft nur noch im weiteren Umkreis.(50km)

Ich frage jetzt auch mal in die Runde.
Warum sind die Mieten und Grundstücke im Taunus und Westerwald weit höher als hier im Hunsrück,
obwohl die gleiche Entfernung zum Rhein-Main-Gebiet besteht.
Alleine die Autobahn kann hier nicht helfen.

Auch muss man sich für oder gegen den Flughafen Hahn entscheiden.
Wenn das JA zum Hahn bestehen bleiben soll, muss man Geld in die Sache stecken.
Dazu gehört eine gute Anbindung mit dem ÖPNV.
Solange Geld in Flugplätze wie Zweibrücken (in Sichtweite von Saarbrücken) gesteckt wird, verstehe ich das System eh nicht!
Das der große Kunde aus Irland keine Fluggäste mehr anlockt ist Hausgemacht. Null Service mit unmöglichen Bestimmungen führen zwangsläufig
zum Rückgang der Fluggäste. Hier gibt es ein 'Imageproblem` welcher der Flugplatz nicht beeinflussen kann.

Dann möchte ich noch auf die Probleme hinweisen, die auf die Pendler zukommen werden.
Der Verkehr auf der B50 mit Hochmoselübergang wird extrem zunehmen. Die
A61 wird im Bereich Rheinböllen ihre Grenzen ereichen.(eigentlich schon erreicht) Die Brücken zwischen Rheinböllen und Bingen
haben bereits über 40 Jahre auf dem Rücken. Die Sanierung ist seit Jahren geplant.

Für den Bereich Morbach mit seiner Landschaft und der Möglichkeit der Erholung wäre eine
touristische Nutzung ein riesiger Gewinn. (Beispiel Sauschwänzlebahn)
Aber das muss auch ERKANNT werden.

Liebe Bahngegner,

ich weiß das Ihr Euch auf diese Argumente nicht einlassen werdet.
Die geringe Kompetenz der Gegner habe ich schon oft ERLEBEN dürfen.
"Schauermärchen" sag ich nur!
Auch hat mich die Aggressivität oft schon erstaunen lassen.

Ich glaube daran, dass ein ordentlicher ÖPNV dem Hunsrück gut tun würde.
Und wenn ich die Chance dazu bekomme, werde ich dafür kämpfen.

Gruß Markus
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