Es muß nicht immer Westerwald sein: Düren - Heimbach zur Bundesbahnzeit
Verfasst: Fr 6. Feb 2026, 16:15
Hallo zusammen...
heute mal ein kleiner Streckenbilderbogen. Die Nebenbahn von Düren nach Heimbach (die Rurtalbahn - ohne h, die auch später dem EVU "Dürener Kreisbahn" den neuen Namen gegeben hat) war spätestens nach Erweiterung des VRS-Bereichs (und damit meines Schülertickets) ein willkommenes Ziel, dem Kölner Trubel zu entfliehen. Zwar war schon damals die Fahrzeugauswahl recht übersichtlich (V100-Wendezüge, in den 80ern fast schon als "Plage" zu bezeichnen, aber immerhin mit der Lok sonnentechnisch "richtig rum"), aber die Landschaft und Infrastruktur bot noch echte Möglichkeit, sich im Rahmen längerer Streckenwanderungen von der Großstadt zu erholen. Anfangs war das ganze noch durch einige wenige Akkutriebwagen aufgelockert.
Im folgenden nun ein paar Eindrücke, wie sie mir gerade bei der Durchsicht der Festplatte in die Hände fallen, also weder geografisch, noch thematisch sortiert - eine bunte Streckenwanderung eben.
01 - Beginnen wir an einem klaren frostigen Morgen im Februar 1988 am Startpunkt der Strecke in Düren mit dem repräsentativen Empfangsgebäude in Insellage. Sehr zu meiner Freude ist eine der letzten roten Kölner 212 eingeteilt: 212 067, die später nach Würzburg umbeheimatet wurde.

02 - Weiter geht es mit einem klassischen Blick aus dem Fenster, wer kennt sie nicht, diese Perspektive? Die namensgebende Rur ist zu sehen, die Wagenschlange von möglichst weit hinten aus gesehen, vorneweg die brummelnde 212 und eine der gefühlten zehn Millionen Pfeiftafeln auf deutschen Nebenbahnen. Damals nahmen Anwohner an der "Tröterei" noch keinen Anstoß, es war einfach so!

03 - In Abenden verließ ich den Zug, um ein paar Streckenbilder zu machen. Nicht ganz unbekannt ist diese Perspektive mit V100-"Maul" am kleinen Haltepunkt:

04 - Leider ist der Weg weiter als gedacht, und ich schaffe es nicht mehr, auf die Sonnenseite zu kommen, als die Rückfahrt naht, dafür ist der Zug ganz drauf, den 212 067 bei Blens nach Düren zurückschiebt.

05 - Das wäre eigentlich das geplante Motiv gewesen, aber wie gesagt, weiter entfernt, als gedacht, Google Maps gabs noch nicht, und auf der Wanderkarte waren keine Zäune zu erkennen...also muß die blau/beige Schwester 283 mit ihrem partiell gereinigten Zug herhalten. Vermutlich mußte kurz zuvor der Steuerwagen getauscht werden....

06 - Leider lag um 15 Uhr der Bahnhof Heimbach im Winter schon komplett im Schatten. Mit mollig warmen Silberlingen warten 212 283 und 068 auf Reisende in Richtung Düren und Düsseldorf.

07 - Im Frühjahr 1992 beginnt die Vegetation sich bereits durchzukämpfen, als 212 304 mit ihrem nur zweitklassigen Wendezug den Feldweg bei Untermaubach passiert...

08 - im Bahnhof des selben Ortes wartet sie nun ihre Kreuzung ab...

09 - Die Latten des weißgetünchten Bretterzauns und das Bahnsteigdach sind schon etwas in die Jahre gekommen, wie auch das Kopfsteinpflaster, und dennoch bietet der liebevoll blumengeschmückte Bahnhof Heimbach ein herzliches Willkommen für die von der Rurtalsperre heimkehrenden Wanderer.

10 - Offenbar ist Sonntag, denn nur da gab es "Full House" in Heimbach, weil der Fahrplan auf den Ausflugsverkehr ausgerichtet war, morgens kamen die Züge aus den Ballungszentren Köln und Düsseldorf an, und gegen Spätnachmittag fuhr man hintereinander her zurück. Da das scheußliche Orientrot, das dank wasserlöslicher Lacke schnell zu "Schweinchenrosa" mutierte, die V100 am wenigsten verunstaltete, ließ ich mich zum Gruppenbild von 212 304, 374 und 264 hinreißen.

11 - Bald darauf macht 212 304 mit ihrem Zug nach Düren den Anfang, und schiebt ihn nach Verlassen des Bf Heimbach an einer repräsentativen PKW-Auswahl vorbei über den Bü kurz hinter dem Ortsausgang.

12 - Ein paar Jahre zuvor (1987) konnte man noch mit Akkutriebwagen in Heimbach ankommen und abfahren. Hier sehen wir beide Traktionsarten nebeneinander - wie heute, 40 Jahre später, auch. Nun geht der Trend wieder in die andere Richtung...

13/14 - Mit von der Partie war an dem Tag 515 616, mit dem wir Jahre später regelmäßig mit Helmut Brinker (†) unterwegs waren....


15 - Nach Abfahrt des Wendezuges war dann auch der Blick aus der anderen Richtung frei, eine klassische Landbahnhofszenerie:

16 - Ein Blick auf die damals noch großzügigen Gleisanlagen darf natürlich nicht fehlen, welchem Modellbahner kribbelt es bei diesem kompakten Endbahnhof nicht in den Fingern?

17 - Mit diesem fuhren wir dann auch wieder heim, und verewigten das bunte Doppel aus 815 763 und einem unerkannten 515 bei der Kreuzung in Untermaubach

18 - Und schließlich ging uns an diesem trüben Tag in Düren doch noch eine farbtreue Garnitur ins Netz:

So, das war's erst mal, vielleicht finde ich noch ein paar Bilder, und reiche sie nach.
Gruß, Marko!
heute mal ein kleiner Streckenbilderbogen. Die Nebenbahn von Düren nach Heimbach (die Rurtalbahn - ohne h, die auch später dem EVU "Dürener Kreisbahn" den neuen Namen gegeben hat) war spätestens nach Erweiterung des VRS-Bereichs (und damit meines Schülertickets) ein willkommenes Ziel, dem Kölner Trubel zu entfliehen. Zwar war schon damals die Fahrzeugauswahl recht übersichtlich (V100-Wendezüge, in den 80ern fast schon als "Plage" zu bezeichnen, aber immerhin mit der Lok sonnentechnisch "richtig rum"), aber die Landschaft und Infrastruktur bot noch echte Möglichkeit, sich im Rahmen längerer Streckenwanderungen von der Großstadt zu erholen. Anfangs war das ganze noch durch einige wenige Akkutriebwagen aufgelockert.
Im folgenden nun ein paar Eindrücke, wie sie mir gerade bei der Durchsicht der Festplatte in die Hände fallen, also weder geografisch, noch thematisch sortiert - eine bunte Streckenwanderung eben.
01 - Beginnen wir an einem klaren frostigen Morgen im Februar 1988 am Startpunkt der Strecke in Düren mit dem repräsentativen Empfangsgebäude in Insellage. Sehr zu meiner Freude ist eine der letzten roten Kölner 212 eingeteilt: 212 067, die später nach Würzburg umbeheimatet wurde.

02 - Weiter geht es mit einem klassischen Blick aus dem Fenster, wer kennt sie nicht, diese Perspektive? Die namensgebende Rur ist zu sehen, die Wagenschlange von möglichst weit hinten aus gesehen, vorneweg die brummelnde 212 und eine der gefühlten zehn Millionen Pfeiftafeln auf deutschen Nebenbahnen. Damals nahmen Anwohner an der "Tröterei" noch keinen Anstoß, es war einfach so!

03 - In Abenden verließ ich den Zug, um ein paar Streckenbilder zu machen. Nicht ganz unbekannt ist diese Perspektive mit V100-"Maul" am kleinen Haltepunkt:

04 - Leider ist der Weg weiter als gedacht, und ich schaffe es nicht mehr, auf die Sonnenseite zu kommen, als die Rückfahrt naht, dafür ist der Zug ganz drauf, den 212 067 bei Blens nach Düren zurückschiebt.

05 - Das wäre eigentlich das geplante Motiv gewesen, aber wie gesagt, weiter entfernt, als gedacht, Google Maps gabs noch nicht, und auf der Wanderkarte waren keine Zäune zu erkennen...also muß die blau/beige Schwester 283 mit ihrem partiell gereinigten Zug herhalten. Vermutlich mußte kurz zuvor der Steuerwagen getauscht werden....

06 - Leider lag um 15 Uhr der Bahnhof Heimbach im Winter schon komplett im Schatten. Mit mollig warmen Silberlingen warten 212 283 und 068 auf Reisende in Richtung Düren und Düsseldorf.

07 - Im Frühjahr 1992 beginnt die Vegetation sich bereits durchzukämpfen, als 212 304 mit ihrem nur zweitklassigen Wendezug den Feldweg bei Untermaubach passiert...

08 - im Bahnhof des selben Ortes wartet sie nun ihre Kreuzung ab...

09 - Die Latten des weißgetünchten Bretterzauns und das Bahnsteigdach sind schon etwas in die Jahre gekommen, wie auch das Kopfsteinpflaster, und dennoch bietet der liebevoll blumengeschmückte Bahnhof Heimbach ein herzliches Willkommen für die von der Rurtalsperre heimkehrenden Wanderer.

10 - Offenbar ist Sonntag, denn nur da gab es "Full House" in Heimbach, weil der Fahrplan auf den Ausflugsverkehr ausgerichtet war, morgens kamen die Züge aus den Ballungszentren Köln und Düsseldorf an, und gegen Spätnachmittag fuhr man hintereinander her zurück. Da das scheußliche Orientrot, das dank wasserlöslicher Lacke schnell zu "Schweinchenrosa" mutierte, die V100 am wenigsten verunstaltete, ließ ich mich zum Gruppenbild von 212 304, 374 und 264 hinreißen.

11 - Bald darauf macht 212 304 mit ihrem Zug nach Düren den Anfang, und schiebt ihn nach Verlassen des Bf Heimbach an einer repräsentativen PKW-Auswahl vorbei über den Bü kurz hinter dem Ortsausgang.

12 - Ein paar Jahre zuvor (1987) konnte man noch mit Akkutriebwagen in Heimbach ankommen und abfahren. Hier sehen wir beide Traktionsarten nebeneinander - wie heute, 40 Jahre später, auch. Nun geht der Trend wieder in die andere Richtung...

13/14 - Mit von der Partie war an dem Tag 515 616, mit dem wir Jahre später regelmäßig mit Helmut Brinker (†) unterwegs waren....


15 - Nach Abfahrt des Wendezuges war dann auch der Blick aus der anderen Richtung frei, eine klassische Landbahnhofszenerie:

16 - Ein Blick auf die damals noch großzügigen Gleisanlagen darf natürlich nicht fehlen, welchem Modellbahner kribbelt es bei diesem kompakten Endbahnhof nicht in den Fingern?

17 - Mit diesem fuhren wir dann auch wieder heim, und verewigten das bunte Doppel aus 815 763 und einem unerkannten 515 bei der Kreuzung in Untermaubach

18 - Und schließlich ging uns an diesem trüben Tag in Düren doch noch eine farbtreue Garnitur ins Netz:

So, das war's erst mal, vielleicht finde ich noch ein paar Bilder, und reiche sie nach.
Gruß, Marko!