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Besuch im Bahnhof Büchenbeuren am 17.09.2015

Verfasst: So 20. Sep 2015, 16:21
von jojo54
Hallo zusammen,

am Donnerstag, 17.09.2015, mußte ich sehr kurzfristig in einer privaten Angelegenheit nach Büchenbeuren und bin mal kurz am Bahnhof vorbei, wo drei Aufnahmen entstanden, die ich den Mitgliedern im Forum nicht vorenthalten möchte.

Ein Bild entstand an der Einfahrt aus Richtung Morbach (Unterhaltungsgrenze DB Netz AG, frühere Hochwaldbahngruppe), dann jeweils eines vom Bahnhofsgebäude und von der Infotafel am Bahnsteig.

Einige Mülltüten im Bahnhofsgelände zeugen von Zeitgenossen, die für Sauberkeit nicht viel übrig haben.

Das Hauptgleis der Querbahn ist bis zur Sh-Tafel relativ sauber, danach ragt an einigen Stellen der Strecke in Richtung Hirschfeld das Buschwerk ins Gleisprofil.

Sämtliche Nebengleise im Bahnhof und der Anschluß zum Flughafen sind von üppigen Vegetationsbewuchs gekennzeichnet.

MfG
jojo54

Re: Besuch im Bahnhof Büchenbeuren am 17.09.2015

Verfasst: So 20. Sep 2015, 20:40
von Horst Heinrich
Tja, das ist das Bild, das sich mir fast tagtäglich bietet.
Der Unrat z.B. stammt von den Bewohnern (Flüchtlinge) der alten Molkerei (Bild 1 rechts), die es offenbar gewohnt sind, ihren Müll aus den Fenstern in die umgebende Vegetation zu entsorgen.
Auf dem Bahngelände findet die klassische Broken-windows-Theorie von Kelling, Shaw und Zimbardo ihre Bestätigung: Orte der offensichtlichen Vernachlässigung ziehen weitere Zerstörungen an und daß eine seit Jahren nicht mehr ordentlich gepflegte Strecke langsam wieder zuwächst, daß selbst die DB-Skl-Besatzung aus Kirn, die hier einmal im Jahr aufschlägt, nur das Hauptgleis freischneidet, alles andere aber liegen oder stehen läßt, ist eine Erkenntnis, die ich auch erst mal verdauen mußte.
Aber das ist nun mal die Hunsrücker Bahnrealität und es tut mir -in puncto Büchenbeuren- nur um Menschen wie Frau Seckler leid, die Frau des letzten Büchenbeurener Bahnhofsvorstehers, die seit 1957 im Bahnhof wohnt und die auf ihre alten Tage nicht kapiert, wie man eine einstmals so engagiert gepflegte und betreute Örtlichkeit dermaßen verkommen lassen kann.

Re: Besuch im Bahnhof Büchenbeuren am 17.09.2015

Verfasst: Di 22. Sep 2015, 09:06
von Markus Göttert
Müll im Gleisbereich Büchenbeuren.

Seit Jahren wird im Bereich der Gleisanlagen Büchenbeuren durch den Eigentümer nicht sauber gemacht.
Im übrigen so auf allen Bahnhöfen im Hunsrück.

Fast Überfall findet man deshalb im Gleisbereich Müllablagerungen, die sich über die Jahre ansammelten.

Die Verursacher lassen sich nur schwer Feststellen. Auch lässt sich der Müll nicht einer in Deutschland lebenden Personengruppe zuordnen.

Persönliche Anmerkung:
Eine zusätzliche Leerung der schwarzen Tonne im Hunsrück kostet zur Zeit 8€. Warum also nicht seinen Müll
im wilden Gleisbereich entsorgen. Daneben eine Unterkunft in heruntergekommenen Zustand. Ich sehe da persönlich eine andere Gruppe von Mitbürgern,
die ein wirtschaftliches Interesse an einer einfachen Entsorgung hätten.

Re: Besuch im Bahnhof Büchenbeuren am 17.09.2015

Verfasst: Di 22. Sep 2015, 10:04
von Dieselpower
Alles so weit richtig....auch ich finde die Entsorgung von Abfällen durchs Autofenster widerlich - und Ihr könnt gern mal einen Blick in mein Auto werfen, um zu erkennen, daß es das bei mir nicht gibt.
Aber es ist ebenso wenig hilfreich, die Augen vor manchen Dingen zu verschließen. Die Lahnwiesen zwischen Staffel und Diez sehen nun mal erst seit Eröffnung der Staffeler Zeltstadt zeitweise wie eine wilde Mülldeponie aus. Vor allem nach sonnigen Tagen. Und da gibt es keine vorbeifahrenden Autos.

Ich nehme an, dieser Beitrag hier löste diesen Beitrag aus, und da habe ich auch meinen Senf dazugegeben.

Re: Besuch im Bahnhof Büchenbeuren am 17.09.2015

Verfasst: Di 22. Sep 2015, 10:56
von Horst Heinrich
In diesem konkreten Fall läßt sich die Herkunft des Mülles eindeutig zuordnen, er stammt -wie gesagt- aus der alten Molkerei, hier sind ausschließlich Flüchtlinge untergebracht und zwar solche, die schon längere Zeit hier leben und denen durch die Gemeindearbeiter geduldig und freundlich die Gepflogenheiten der deutschen Müllentsorgung beigebracht wurden.

Von der Molkerei führt ein Weg direkt zum Hahn, an der Zeltstadt vorbei, ihn fahre ich jetzt schon Jahre, wenn ich im Wald "Auf der Scheid" etwas zu tun habe.
Hier stehen auch insgesamt vier Müllkörbe, die von den Büchenbeurener Gemeindearbeitern mehrmals in der Woche geleert werden. Wann immer ich hier entlang fahre, die Wegeränder sind von Müll nur so gesäumt.

Als ich letzte Woche von der Scheid nach Büchenbeuren herunter fuhr, hat gerade ein Mann zwei volle gelbe Säcke aus dem ersten Stock hinunter auf die Zufahrt geworfen, einer von ihnen ist aufgeplatzt, das ganze lag dann ein paar Tage herum und wurde nachts noch von Ratten, Mardern und Katzen verteilt.

Man kann froh sein, daß die "Ureinwohner" hier den sprichwörtlichen Langmut haben, der schon 1951 die Franzosen bewogen hat, den Flughafen genau dorthin zu bauen, wo die Mentalität "Oh losse se doch mache, wat se wolle" vorherrschte, ich kenne andere Regionen im Hunsrück, da wäre die alte Molkerei inzwischen abgebrannt.

Ich registriere das alles mittlerweile nur noch ohne großen Kommentar, wenn sich die Büchenbeurener all das gefallen lassen, dann soll es halt so sein.
Mir tun, wie gesagt, nur Menschen wie die fast 90-jährige Lore Seckler leid, die auf ihre alten Tage noch um ihre Lebens- und Wohnqualität betrogen wird ohne so recht zu wissen warum.

Re: Besuch im Bahnhof Büchenbeuren am 17.09.2015

Verfasst: Di 22. Sep 2015, 12:06
von HDE
welche Leute interessieren sich für Abfallprobleme in unserem Forumsgebiet ?
Könnte jetzt auch über unseren Altpapiercontainer in unserer Strasse berichten, was sich da in den letzten Jahren abspielt.

Aber ich denke, dies ist ein Eisenbahnforum, wo Eisenbahnfreunde interessante Informationen und Bilder austauschen :D .
Kann deshalb einige Mitglieder nicht verstehen, die dies als 'Meckerforum' ansehen.

Gruß

Re: Besuch im Bahnhof Büchenbeuren am 17.09.2015

Verfasst: Di 22. Sep 2015, 12:21
von jojo54
Eigentlich wollte ich nur von einem Besuch am Bahnhof Büchenbeuren berichten.

Bedauerlich, dass ich das mit dem Müll erwähnt habe. Hierfür möchte ich mich entschuldigen.

Alles muss von Horst immer gleich wortgewaltig kommentiert und zerlegt werden. Er wohnt selbst an der Hunsrück-Querbahn und berichtet kaum über aktuelle Dinge entlang dieser Bahnstrecke. Da ist es der einfachere Weg darauf zu warten, dass andere dies tun, damit man es wortreich ergänzen kann. So ist es bei fast allen meinen Beiträgen aus dieser Region gewesen.

Manchmal komme ich mir vor, als wäre ich beim Pfarrer oder Schullehrer.

Und nun ist es mein Wunsch, dass man zum eigentlich Thema zurück kommt.

Nachdenkliche Grüße

jojo54

Re: Besuch im Bahnhof Büchenbeuren am 17.09.2015

Verfasst: Di 22. Sep 2015, 12:35
von Markus Göttert
Danke HDE und jojo54

Re: Besuch im Bahnhof Büchenbeuren am 17.09.2015

Verfasst: Di 22. Sep 2015, 13:13
von JK
Ich lese Horst's Beiträge sehr gerne, da sie auch schon mal über den Eisenbahntellerrand hinaus schauen....

Re: Besuch im Bahnhof Büchenbeuren am 17.09.2015

Verfasst: Di 22. Sep 2015, 13:36
von Horst Heinrich
jojo54 hat geschrieben:Alles muss von Horst immer gleich wortgewaltig kommentiert und zerlegt werden. Er wohnt selbst an der Hunsrück-Querbahn und berichtet kaum über aktuelle Dinge entlang dieser Bahnstrecke.
Ich versuche schon, hier regelmäßig zu berichten, aber außer daß die Strecke langsam zuwächst passiert halt im Augenblick nicht viel. Berichtet habe ich in diesem Forum auch schon öfters davon, was mir so in Gesprächen zur Strecke und ihrer Zukunft zugetragen wird, aber auch hier läuft es im Prinzip auf Bekanntes und wenig Konkretes hinaus.

Und das Büchenbeurener Müllproblem rund um Bahnhof und Strecke im Forum einmal zu thematisieren, schadet nichts, finde ich, weil solche Ereignisse auch die Stimmung in der Bevölkerung beeinflussen, was ich just heute Morgen in der Apotheke Büchenbeuren erfahren mußte, deswegen erwähne ich es hier noch einmal.

Hier wurde ich nämlich -weil meine früheren Aktivitäten um die Reaktivierung in der Region bekannt sind- genau deswegen angesprochen.
Fazit der Passantenansprache: "Gucken Sie sich das Elend doch an, wie es hier aussieht! Man hätte schon vor Jahren einen Radweg bauen sollen, das würde wenigstens sauber aussehen".

"Volksmeinung" bildet sich sehr vielschichtig, am Ende sind es ein paar gelbe Säcke am Bahndamm zuviel, die eine Stimmung in Richtung Abbau der Strecke entstehen lassen. Wer hätte das gedacht?

Re: Besuch im Bahnhof Büchenbeuren am 17.09.2015

Verfasst: Di 22. Sep 2015, 15:37
von Dieselpower
JK hat geschrieben:Ich lese Horst's Beiträge sehr gerne, da sie auch schon mal über den Eisenbahntellerrand hinaus schauen....
Auch ich lese sehr gerne seine Beiträge, nicht nur, weil sich unsere Ansichten häufig decken. Es ist einfach eine Wohltat, in unserer SMS-Zeit einmal vollständige Sätze zu lesen. Sätze mit einer fundierten Wortwahl und einem ausgewogenen Verhältnis von deutscher Sprache zu Fremdwörtern alt- und neusprachlichen Ursprungs. Und natürlich auch wegen des sprichwörtlichen Blickes über den Eisenbahntellerrand. Das nehme ich mir selbst ja auch oft genug heraus.

Die "Unsprache" unserer Zeit, von SMS angefangen über Aküfi und denglischem, sinnfreien Gebrabbel bis hin zum Gestammel der Blechelse schmerzt einem humanistisch gebildeten Menschen regelrecht im Ohr...

Und wie Horst auch in dem anderen Beitrag (s.o.) sehr richtig erwähnte, kommt man leider nicht immer um gewisse Themen im Dunstkreis der Eisenbahn komplett herum...Stichwort "Schnittmenge".

Re: Besuch im Bahnhof Büchenbeuren am 17.09.2015

Verfasst: Di 22. Sep 2015, 18:26
von Bernd Heinrichsmeyer
Völlig egal, wer den Müll hingeworfen hat - es sieht Sch.... aus und gehört sich nicht, da sind wir glaube ich einig. Bedauerlich ist die Optik, die die Strecke nur rund 11 Monate nach Stilllegung nun bietet (SBBN ist DB Netz, wurde aber von uns zumindest soweit mit gepflegt, als dass Gleis 1 bis zum EG (jaja, Abküfi, ich weiß, also Empfangsgebäude meine ich ;-) ) frei war). Die Natur ist gnadenlos.

Kurzer Hinweis zu meinen Erfahrungen mit Flüchtlingen in Hermeskeil (in der Kaserne untergebracht): In den Geschäften extrem freundlich, fragen höflich auf Englisch, was dies und das ist und ob man ihnen den Weg hier oder dorthin beschreiben könne. Heute kamen Leute zum Bahnhof und wollten mit der Bahn nach Trier fahren. Ich habe dann erklärt, wo und wie der Bus fährt und man hat sich wiederholt bedankt. Auf dem Spielplatz am Bahnhof spielten Kinder unter Aufsicht ihrer Eltern. So lieb und ruhig geht es da sonst nicht ab und die Kinder haben echt super auf ihre Eltern gehört. Fast hatte ich den Eindruck, die Leute bemühen sich, unauffällig zu sein (was auch bedenklich ist). Müll wurde sorgfältig in den Mülleimer geworfen. Mein Sohn fand die Kinder nett und hat gleich mal ne Runde Bonbons ausgeben. Die haben 1h super miteinander gespielt, obwohl sie kein Wort reden konnten. Erst der olle Regen hat dem ein Ende gemacht. Kurz: ich bin vorsichtig, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, es gibt schwarze Schafe in allen Gesellschaften und man kann es nie auf eine Gruppe alleine schieben.

Süß waren halt die Leute, die gar nicht verstehen konnten, dass eine so große und reiche (!) Stadt wie Hermeskeil zwar einen Bahnhof hat, da aber keine Züge fahren. Ich habe darauf verzichtet, den Leuten einen bahnhistorischen Vortrag zu halten ;-).