Fest der Traktionsarten im DB Museum Koblenz vom 7. bis 9. Juni 2013
Es ist der Abend des 17. Oktober 2005. Das dunkelste Kapitel in der Geschichte des DB Museums beginnt. Der vom DB Museum genutzte Ringlokschuppen im Nürnberger Stadtteil Gostenhof brennt bis auf die Grundmauern nieder. 19 historische Fahrzeuge werden Opfer der Flammen, darunter die geschichtsträchtige Dampflok 01 150. Viele Eisenbahnfreunde zeigten sich erschüttert.
Kurz nach Ablieferung im Jahr 1935 wurde 01 150 auf der 100 Jahr-Feier der Deutschen Bahn präsentiert. Ihrer Ordnungszahl war es zu verdanken, dass sie 50 Jahre später beim 150. Jubiläum erneut an der Parade teilnahm. Am Regler stand damals der inzwischen pensionierte Lokführer Olaf Teubert, der sein persönliches Schicksal mit seinem Arbeitsgerät verband. Unermüdlich suchte der inzwischen 77-jährige Teubert nach Möglichkeiten, um die Aufarbeitung finanzieren zu können. Im Laufe der Jahre wurde mit Hilfe des DB Museums, der Deutschen Eisenbahnstiftung, Märklin und vieler anderer Sponsoren das Geld zusammen gekratzt. Am Ende der Bemühungen stand am 5. Mai 2013 die Wiederinbetriebnahme der klassischen deutschen Schnellzuglokomotive.
Am 7. Juni 2013 ist es soweit. Nach rund 8 Jahren wird 01 150 zum DB Museum Koblenz anreisen und dort erstmals drei weiteren Dampfloks aus der Nürnberger Brandkatastrophe begegnen. Eine davon ist der Adler, einer betriebsfähigen Dampflokrekonstruktion. Lediglich der Kessel konnte zur Wiederaufarbeitung im Dampflokwerk Meiningen genutzt werden. Nach Fertigstellung im November 2007 begeistert der Adler auf den seltenen Mitfahrgelegenheiten seine Fans. Besucher können an beiden Festtagen ab Gleis 51 diese seltene Möglichkeit nutzen.
Auf ein Wiedersehen freuen sich ebenso die kleine bayrische Dampflok 89 801 und die im Volksmund genannte Glaskastllok der Gattung PTL 2/2. Beide Dampfloks konnten 2008 aufgearbeitet werden. Sie bereichern die Loksammlung in Koblenz.
So ist die Hauptakteurin des Sommerfestes 2013 im DB Museum Koblenz bereits genannt. 01 150 wird mit einer historischen Wagengarnitur am 7. Juni 2013 nach Koblenz reisen, um am traditionellen Sommerfest teilzunehmen. Das DB Museum hat aus diesem Grund bereits am 7. Juni ab 15 Uhr geöffnet. Das wuchtig ausschauende Dampfross nimmt mit weiteren 31 historischen Fahrzeugen an der Lokparade am Samstag ab 14 Uhr teil, bevor sie am Abend zu einer Fahrt von Koblenz nach Limburg und zurück aufbrechen wird. Am Sonntag wird sie neben vielen anderen Lokomotiven ausgestellt.
Doch nicht nur Dampfloks stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Das vielfältige Programm sieht am Sonntag jeweils vier einstündige Rundfahrten mit einer der ältesten betriebsfähigen Elektrolok Deutschlands vor. Die 100 Jahre alte E-Lok E 69 03 wird zwei Mal nach Neuwied und Kobern-Gondorf fahren.
An beiden Tagen hat der Besucher die Möglichkeit, auf historischen Loks mitfahren zu können. Die Modellbahngruppen „LGB“ und „TRIX-EXPRESS“ stellen ihre Anlagen aus. Auf der Gartenbahn können die Besucher sogar mit dem Fahrpult einen Zug fahren. Die Kindereisenbahn dreht auf der Freifläche ihre Runden. In der Halle ist ein Loksimulator aufgestellt. Der Besucher kann an einem nachgebauten Führerstandpult einer Lok über eine Simulation einen Zug fahren.
Der Eintritt für das Fest ist günstig. Erwachsene zahlen 5 €, Kinder/Jugendliche von 6 bis 17 Jahren bezahlen 2 €. Eine Familienkarte mit zwei Erwachsenen und vier Kindern ist zum Preis von 10 € erhältlich. Für das leibliche Wohl zu zivilen Preisen ist gesorgt. (Text. Udo Krupp, Bild: Wolfgang Zitz)
Linktipp: Aktuelle Informationen zum Sommerfest sind auf den Internetseiten
http://www.dbmuseum-koblenz.de/ und
https://www.facebook.com/DBMuseum.Koblenz abrufbar.
