Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn
Verfasst: Mi 11. Okt 2017, 22:09
Hallo Rolf,
danke für deine Antwort. Ich habe den Eindruck, dass es bei vielen der von dir beantworteten Streitpunkten ganz auf die Sichtweite und persönlichen Maßstäbe ankommt.
Du hast Recht, im ÖPNV sind Rentner sicher nicht allzu häufig zu sehen. Ich nehme alledings Bezug auf Touristikbahnen wie im Kasbachtal, Brohltalbahn o.Ä. Gerade bei letzerer machendie 60+ Reisende, die von Busunternehmen angefahren und abgeholt werde einen großen Teil von objektiv über 50% aus. Gerade hier bietet in meinen Augen die Strecke Hermeskeil-Bücherbeuren mit ihrer abseits von Straßen gelegen Trassierung großes Potenzial. Auch das oft genannte mögliche Konkurenzverhältnis diverser Touristikbahnen zueinnaner sehe ich hier nicht, da diese Klientel nicht wegen der Eisenbahn anreißt. Es konkurieren also nur alle örtlichen Anbieter von Touren miteinander, aber nicht die Bahnen an sich, da sie nicht als solche der Grund für die Mitfahrt sind.
Es geht hier also um etwas völlig anderes, als das worauf du deine Argumentation ausrichtest. Grüße vom Rhein
danke für deine Antwort. Ich habe den Eindruck, dass es bei vielen der von dir beantworteten Streitpunkten ganz auf die Sichtweite und persönlichen Maßstäbe ankommt.
Eines vorweg, ich habe derzeit über 3000 Statuspunkte bei der DB, fahre aber auch viel Nahverkehr in Thüringen, sowie in den Semesterferien in NRW. Allerdings spielt das hier keine große Rolle, da wir offenkundig von zwei verschiedenen Dingen reden!Rolf hat geschrieben: Du scheinst lange nicht mehr Bahn gefahren zu sein. Gerade die Alten meiden die Bahn, weil sie Angst haben bei den Zuständen, die gerade auf wenig befahrenen Strecken bzw. in Zügen in den Randzeiten herrschen. Obwohl die Zahl der Senioren rasant steigt, fahren sie lieber mit dem PKW, so lange es noch geht und man sieht sie relativ selten in der Bahn.
Du hast Recht, im ÖPNV sind Rentner sicher nicht allzu häufig zu sehen. Ich nehme alledings Bezug auf Touristikbahnen wie im Kasbachtal, Brohltalbahn o.Ä. Gerade bei letzerer machendie 60+ Reisende, die von Busunternehmen angefahren und abgeholt werde einen großen Teil von objektiv über 50% aus. Gerade hier bietet in meinen Augen die Strecke Hermeskeil-Bücherbeuren mit ihrer abseits von Straßen gelegen Trassierung großes Potenzial. Auch das oft genannte mögliche Konkurenzverhältnis diverser Touristikbahnen zueinnaner sehe ich hier nicht, da diese Klientel nicht wegen der Eisenbahn anreißt. Es konkurieren also nur alle örtlichen Anbieter von Touren miteinander, aber nicht die Bahnen an sich, da sie nicht als solche der Grund für die Mitfahrt sind.
Ich halte es lediglich für unangebracht einen Abgesang auf all diese Strecken zu halten, obwohl noch nichts endgültig beschlossen ist. Gerade bei der Hochwaldbahn erfährt das Bahnkonzept ja relativ viel (Presse-)Aufmerksamkeit. Diese wünschenswerte Tatsache sollte man stärken, das Konzept verbreiten und energisch dranbleiben die Presse und Politiker zu überzeugen.Rolf hat geschrieben: Man kann sich die Lage auch schön reden und die Augen vor der Realität verschließen! Ich bedauere den beschlossenen Abriss auch, aber die politische Entscheidung im Saarland ist doch mehr als eindeutig.
Der Vegleich hingt gewaltig und ist polemischRolf hat geschrieben: Das haben die Dampfloks auch! Trotzdem sind sie keine Option mehr für modernen ÖPNV, auch wenn ich Dampfloks toll finde!
Du bringst mir deine persönliche, vorgefertigte Bewertung zu stark in deine Argumentation ein. Wer sagt denn, dass ein "paar Tausend" wenig sind? In Thüringen haben wir selten Orte mit mehr als 1000 zwischen den großen Mittelzentren. Trotzdem ist eine Finanzierung im ÖPNV dieser Strecken offenbar angebracht. Aber nochmal! Das zählt hier ohnehin nicht. Im Brohltal könnten 500 Menschen Leben und die Züge wären gut besucht, da die Einwohner des Brohltals zumindest nicht häufiger mitfahren als Kölner, Bonner oder Resegruppen aus den Niederlanden. Im übrigen wünscheRolf hat geschrieben: Die an der Strecke (oder vielmals nur in der Nähe der Strecke) liegenden Kommunen sind doch alle nur ein paar Tausend Einwohner stark. Ich würde es nicht "Niemandsland" nennen, aber in dieser Peripherie ist die Bahn als Massenverkehrsmittel im ÖPNV schlicht überdimensioniert und damit zu teuer, insbesondere dann, wenn man von den Kommunen 15% Zuschuss erwartet, gleichzeitig aber Straßen und Schulen erschreckend marode sind. Es reichen für den dünn besiedelten Hunsrück auch ein paar Busse, und die sind nun mal viel billiger. Und für den Güterverkehr braucht man die Bahn leider auch nicht mehr. Mora-C hat die ganze Infrastruktur zerstört und viele Lademöglichkeiten sind hier unwiederbringlich zerstört. Ich bedauere diese Fehlentwicklung auch sehr, aber das Rad (der Geschichte) lässt sich nicht zurück drehen. Mehdorn hat verbrannte Erde hinterlassen. Aus. Vorbei! Das einzige, was jetzt noch realistisch ist, ist, die letzten Güterverkehrsstellen vor der Schließung zu bewahren. An der Hunsrückbahn gibt es allerdings schon lange keine mehr, und dass jemals welche zurück kommen könnten, ist extrem unwahrscheinlich.
Wie gesagt, für den ÖPNV stimme ich deiner Einschätzung zu aber vorallem für den die Touristen und den Güterverkehr ist das absolut nachrangig. Und wenn es eines Tages doch wieder lohnenswert erscheinen sollte nach Hermeskeil ÖPNV zu schicken, dann kann man sicher fast jede Strecke auf den Stand der Zeit ertüchtigen. Bedenke bitte auch, dass ein Zug durch die allgemein geradlinigeren Strecken und die kontinuierlichere Fortbewegung mit geringeren Geschwindigkeiten oft weiter kommt als das Auto oder der Bus.Rolf hat geschrieben: Für die Hunsrückquerbahn trifft das doch absolut zu! Was anderes ist es als eine "Bimmelbahn", wenn diese mit durchschnittlich 50 km/h (selten 60), oft weniger durch die Landschaft zockelt? Und das oft an den "Zentren" der kleinen Kommunen vorbei? Für modernen ÖPNV ist diese veraltete Infrastruktur gänzlich ungeeignet. Genau deswegen sehen die (leider sehr verstaubten) Pläne für eine Reaktivierung östlich Hahn eine Modernisierung, Beschleunigung und Angebotserweiterung vor. Nur so ist die Bahn in der Fläche zu retten und zu rechtfertigen, nämlich dann, wenn es genügend Nutzer gibt, um die Züge voll zu bekommen. Östlich Hahn sehe ich dafür noch eine Chance, wenn der Flughafen einigermaßen floriert. Westlich ist für mich der Zug abgefahren, und ich glaube, das ist eine realistische Einschätzung. Man muss auch wissen, wann man verloren hat.
Es geht hier also um etwas völlig anderes, als das worauf du deine Argumentation ausrichtest. Grüße vom Rhein