Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Rolf
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitrag von Rolf »

jojo54
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitrag von jojo54 »

Am Samstag, 18.11.2017, soll um 10:00 Uhr die Trasse der Hochwaldbahn ab dem Bahnübergang in Türkismühle in Richtung Hermeskeil begangen werden.

Hierzu weitere Informationen aus der St. Wendeler Zeitung vom 25.09.2017.

https://www.saarbruecker-zeitung.de/saa ... id-5122922

MfG
jojo54
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitrag von jojo54 »

Erneut ist ein umfangreicher Beitrag zu dem geplanten Radwegbau auf der Hochwaldbahn-Trasse sowie in Richtung Freisen und den Argumenten hierfür in der St. Wendeler Zeitung zu lesen. Es ist schon bemerkenswert, wie die Lokalpolitik und das Land von dem Weg überzeugt sind. Bahnbefürworter dürften da kaum noch eine Chance haben.

Hier der Link:

https://www.saarbruecker-zeitung.de/saa ... id-5122920

Ist der Streckenzustand der Hochwaldbahn wirklich so schlecht, dass 12 Mio. € für Instandsetzungsarbeiten an der Gleistrasse erforderlich wären, so wie in der Zeitung behauptet wird und benutzten tatsächlich so wenige Besucher die öffentlichen Verkehrsmittel in der Nationalpark-Region?

Wo bleiben hier die Argumente der Bahn-Aktivisten und Befürworter?

MfG
jojo54
Rolf
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitrag von Rolf »

jojo54 hat geschrieben:.... und benutzten tatsächlich so wenige Besucher die öffentlichen Verkehrsmittel in der Nationalpark-Region? ...
Davon muss man wohl ausgehen. Selbst bei Bahn-Fans dürfte die Zahl derer, die mit dem Auto von A nach B reisen (und nicht mit der Bahn) bei mindestens 80% liegen. Beim Rest der Bevölkerung dürfte die Quote weitaus höher sein. Ich möchte diejenige Familie sehen, die nicht mit dem Auto zum Centerpark in den Hunsrück fährt und stattdessen mit Gepäck und plärrenden Kindern die Bahn nimmt. Das war vielleicht vor 50 Jahren so, jetzt aber nicht mehr. Die Zeiten haben sich nun mal geändert, und die Bahn zu irgendwelchen peripheren Zielen im Hunsrück (oder sonst wo in der Fläche) ist "out" und gegenüber dem PKW schlicht und ergreifend nicht mehr konkurrenzfähig. Mich als Bahn-Freund schmerzt das auch, aber so ist es nun mal und der Bürger will in der Peripherie nun mal lieber einen Fahrradweg als einen seltenen Gelegenheitsverkehr mit alten Schienenbussen. Die Politiker setzen dabei nur um, was die Bürger wollen. Und die wollen schöne, steigungsarme, straßenferne Fahrradwege. Und dafür eignen sich Bahntrassen nun mal ganz besonders. Leider.
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streckenläufer
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitrag von streckenläufer »

Ich frage mich, wie lange die EU noch Gelder für solche Infrastrukturvernichtungen bereitstellt? Gäbe es diese unseligen Subventionen für den Radwegebau nicht, wäre das Thema ganz schnell ad acta gelegt und nicht jede Kommune würde sofort "Hier!" rufen...
Oder sehe ich das total falsch? :?

Gruß
streckenläufer
jojo54
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitrag von jojo54 »

Die Ausführungen von "Rolf" sind vollkommen richtig. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Bedauerlich, dass die Bahn-Befürworter und Aktivisten den Aussagen der Politik und den Kommunen nichts entgegensetzen können
und sich in der Presse oder hier im Forum mit entsprechenden Gegen-Argumenten nicht zu Wort melden.

Schade auch, dass sich die Hochwaldbahn-Gruppe und deren Nachfolgeunternehmen in 2012 aus dieser Region zurückgezogen hat. Schlimmer hätte es für den Bahnerhalt damals nicht kommen können.

Deshalb ist für mich persönlich der Zug hier "abgefahren". Alles andere wäre ein Wunder.

Nachdenklich

jojo54
Nils
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitrag von Nils »

@ jojo 54:

Die Position der IG Nationalparkbahn war in der Printversion der SZ direkt unter dem Artikel zum Radweg zu finden. (Beide in der Printversion übrigens halbseitige Artikel). Auch du hast ihn verlinkt:
Am Samstag, 18.11.2017, soll um 10:00 Uhr die Trasse der Hochwaldbahn ab dem Bahnübergang in Türkismühle in Richtung Hermeskeil begangen werden.

Hierzu weitere Informationen aus der St. Wendeler Zeitung vom 25.09.2017.

https://www.saarbruecker-zeitung.de/saa ... id-5122922

MfG
jojo54
Insofern ist die Aussage bezüglich nicht veröffentlichter Gegenargumente falsch.
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Bernd Heinrichsmeyer
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitrag von Bernd Heinrichsmeyer »

Hallo,

die Kosten für eine Wiederinbetriebnahme der Strecke Türkismühle - Hermeskeil hatten wir bei Stilllegung auf rund 4 Mio EUR geschätzt. Heute sehe ich das wegen Brückenschäden etwas kritischer, vielleicht 6 Mio. 12 Mio ist sicher eine Phantasiezahl, die politisch vorgeschoben wird, um die Bahn zu zerreden.
Das ist also ein rein politisches Problem, kein finanzielles. Unser Staat hatte 2016 sechs Milliarden Euro Haushaltsüberschuss. Am Geld liegt es nicht, es liegt am politischen Willen. Wenn alle Beteiligten die Bahn wollten, wäre es sicher möglich.

Ich bleibe dabei, dass öffentliche Infrastruktur in dieser Größenordnung mit diesem Umfang an Brückenbauwerken und der Menge an Altlasten aus der DB Zeit aus unterlassener Instandhaltung nur mit staatlichen Mitteln möglich ist. Betriebswirtschaftlich ist das nicht darstellbar.

Deshalb, um es mit den Worten der Kanzlerin zu halten: die Maßnahmen zur Stilllegung in den Jahren 2012-2014 waren alternativlos. Es fehlte politische Unterstützung, Millionenbeträge für Baumaßnahmen und laufende Unterhaltung, sowie ehrenamtliche Hilfe - es war ein lost case. Das jetzige Engagement kommt einige Jahre zu spät.

Seinerzeit gab es intensive politische Arbeit und teilweise durchaus Unterstützung. Nachdem diese weggefallen ist, gab es keine Chance mehr. Warum und womit sollte sich das heute zurückdrehen lassen?
Bernd Andreas Heinrichsmeyer
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hochwald
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitrag von hochwald »

Ich befürchte auch (nach 30jähriger Beobachtung) egal ob es 4, 6 oder 12 Mio sind, das Interesse hält sich so oder so einfach in engen Grenzen (da müsste es schon ein wahnsinning attraktives Bahnmuseum in Hermeskeil geben und einen ebenso attraktiven Anschluss in Türkismühle um die Leute aus dieser Richtung anzukarren, alles andere ist pure Nostalgie und auf die Dauer unfinanzierbar). Es ist das bitterste was man als Bahnfan eventuell tun kann, aber eventuell ist eine lückenlose Sicherstelle der Trasse als Radweg die einzige Möglichkeit alles "einzumotten", eventuell folgenden Generationen eine Reaktivierung zu ermöglichen (wir haben es verbockt!).
Die Zukunft des Transportwesens liegt sicher wo anders und dazu muss man nicht "in die Luft" oder in "Raum-Zeit" gehen. Für die paar Einwohner am Hunsrück reichen "saubere" Elektroautos (Wind gibts ja auch genug) und das selbe gilt für jedweden lokalen LKW- Transport (das bekommt man alles irgendwann elektrisch hin, Straßennetz muss definitv nicht weiter ausgebaut werden, ist eh schon da). Bleiben die großen Transportströme und Transitrouten und da ist und wird die Bahn auch noch in 100 Jahren gefordert sein.

PS: Und hier die traurige Realität, Elektro LKW http://steiermark.orf.at/news/stories/2871752/ ... wenn der Strom dann noch wirklich aus Erneuerbaren kommt, die Batterien mal umweltfreundlicher sind bleibt für den leichten "Stückgutverkehr" in der Fläche einfach kein Platz mehr für die Bahn (weniger die Akkuloks wären das Problem, vielmehr der Fahrweg, denn Straßen werden halt universal genutzt, Schienen können nur durch Schienenfahrzeuge verwendet werden.
Zuletzt geändert von hochwald am Fr 13. Okt 2017, 10:13, insgesamt 1-mal geändert.
Rolf
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitrag von Rolf »

Ich sehe es genauso wie @hochwald. Die Zeit der Bahn in der dünn besiedelten Fläche ist einfach vorbei. Irgendwann fahren die PKW nur noch mit Strom und womöglich sogar ferngesteuert/automatisch. Gegen so viel Individualität und Komfort ist die Bahn in der Peripherie nun mal hoffnungslos unterlegen. Und noch eines: Ich habe in den letzten Jahren mit großem Respekt verfolgt, wie engagiert die Bahn-Freunde um die Strecke gekämpft haben. Am mangelnden Engagement der Befürworter hat es nicht gelegen, dass das Ende droht, im Gegenteil, die Aktiven haben alles gegeben, finde ich. Die Zeiten sind aber nun mal so, dass die Bimmel-Bahn auf dem Land (fast) keine Fans (mehr) hat, Fahrradwege dagegen sehr viele. Und das Auto ist ohnehin der Deutschen liebstes Kind. Dementsprechend agiert die Politik. Wer kann es ihr verdenken und wie soll man da gegen ankommen?
Poppenspäler
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitrag von Poppenspäler »

Rolf hat geschrieben:Ich möchte diejenige Familie sehen, die nicht mit dem Auto zum Centerpark in den Hunsrück fährt und stattdessen mit Gepäck und plärrenden Kindern die Bahn nimmt. Das war vielleicht vor 50 Jahren so, jetzt aber nicht mehr. Die Zeiten haben sich nun mal geändert...
Ein denkbar schlechtes Beispiel für Bahnnutzer. Kundengruppen für die Bahn, ganz allgemein, sind mit Sicherheit nicht die von dir genannten Familien mit schreienden Kindern. Es sind in unserer immer alter werdenden Gesellschaft vermutlich zu allererst die Gruppen von Rentnern, die jung gebliebenden Outdooraktivisten o.Ä.
So! Kann man als selbsternannter "Bahnfreund" die Bahn auch kaputt reden. Wir reden hier immerhin von Strecken, die es in das 21. Jhd. geschafft haben. Die Strecken, die ins Niemandsland geführt haben, sind vor Jahrzehnten beseitigt worden.
Jeder der hier schreibt, sollte doch noch in sich gehen können und Argumente für die Bahn finden, anstatt den dortigen Akteuren ganz nach dem Mund zu reden. Allein die Bezeichnung "Bimmelbahn" geht doch mit dem Denken einher, es handele sich um einen langsamen, konkurenzunfähigen sowie nicht zukunftsfähigen Verkehrsträger.

Schade! Grüße vom Rhein
Rolf
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Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Beitrag von Rolf »

Poppenspäler hat geschrieben:
Rolf hat geschrieben:Ich möchte diejenige Familie sehen, die nicht mit dem Auto zum Centerpark in den Hunsrück fährt und stattdessen mit Gepäck und plärrenden Kindern die Bahn nimmt. Das war vielleicht vor 50 Jahren so, jetzt aber nicht mehr. Die Zeiten haben sich nun mal geändert...
Ein denkbar schlechtes Beispiel für Bahnnutzer. Kundengruppen für die Bahn, ganz allgemein, sind mit Sicherheit nicht die von dir genannten Familien mit schreienden Kindern.
Das ist ja nicht mein Argument, sondern das einiger derer, die sich für den Erhalt der Strecke einsetzen bzw. eingesetzt haben. Ich halte es auch für völlig unrealistisch. Die Familie fährt heute mit dem Van.
Poppenspäler hat geschrieben:[potentielle Nutzer] sind in unserer immer alter werdenden Gesellschaft vermutlich zu allererst die Gruppen von Rentnern, die jung gebliebenden Outdooraktivisten o.Ä.
Du scheinst lange nicht mehr Bahn gefahren zu sein. Gerade die Alten meiden die Bahn, weil sie Angst haben bei den Zuständen, die gerade auf wenig befahrenen Strecken bzw. in Zügen in den Randzeiten herrschen. Obwohl die Zahl der Senioren rasant steigt, fahren sie lieber mit dem PKW, so lange es noch geht und man sieht sie relativ selten in der Bahn.
Poppenspäler hat geschrieben:So! Kann man als selbsternannter "Bahnfreund" die Bahn auch kaputt reden.
Man kann sich die Lage auch schön reden und die Augen vor der Realität verschließen! Ich bedauere den beschlossenen Abriss auch, aber die politische Entscheidung im Saarland ist doch mehr als eindeutig.
Poppenspäler hat geschrieben:Wir reden hier immerhin von Strecken, die es in das 21. Jhd. geschafft haben.
Das haben die Dampfloks auch! Trotzdem sind sie keine Option mehr für modernen ÖPNV, auch wenn ich Dampfloks toll finde!
Poppenspäler hat geschrieben:Die Strecken, die ins Niemandsland geführt haben, sind vor Jahrzehnten beseitigt worden.
Die an der Strecke (oder vielmals nur in der Nähe der Strecke) liegenden Kommunen sind doch alle nur ein paar Tausend Einwohner stark. Ich würde es nicht "Niemandsland" nennen, aber in dieser Peripherie ist die Bahn als Massenverkehrsmittel im ÖPNV schlicht überdimensioniert und damit zu teuer, insbesondere dann, wenn man von den Kommunen 15% Zuschuss erwartet, gleichzeitig aber Straßen und Schulen erschreckend marode sind. Es reichen für den dünn besiedelten Hunsrück auch ein paar Busse, und die sind nun mal viel billiger. Und für den Güterverkehr braucht man die Bahn leider auch nicht mehr. Mora-C hat die ganze Infrastruktur zerstört und viele Lademöglichkeiten sind hier unwiederbringlich zerstört. Ich bedauere diese Fehlentwicklung auch sehr, aber das Rad (der Geschichte) lässt sich nicht zurück drehen. Mehdorn hat verbrannte Erde hinterlassen. Aus. Vorbei! Das einzige, was jetzt noch realistisch ist, ist, die letzten Güterverkehrsstellen vor der Schließung zu bewahren. An der Hunsrückbahn gibt es allerdings schon lange keine mehr, und dass jemals welche zurück kommen könnten, ist extrem unwahrscheinlich.
Poppenspäler hat geschrieben:Allein die Bezeichnung "Bimmelbahn" geht doch mit dem Denken einher, es handele sich um einen langsamen, konkurenzunfähigen sowie nicht zukunftsfähigen Verkehrsträger.
Für die Hunsrückquerbahn trifft das doch absolut zu! Was anderes ist es als eine "Bimmelbahn", wenn diese mit durchschnittlich 50 km/h (selten 60), oft weniger durch die Landschaft zockelt? Und das oft an den "Zentren" der kleinen Kommunen vorbei? Für modernen ÖPNV ist diese veraltete Infrastruktur gänzlich ungeeignet. Genau deswegen sehen die (leider sehr verstaubten) Pläne für eine Reaktivierung östlich Hahn eine Modernisierung, Beschleunigung und Angebotserweiterung vor. Nur so ist die Bahn in der Fläche zu retten und zu rechtfertigen, nämlich dann, wenn es genügend Nutzer gibt, um die Züge voll zu bekommen. Östlich Hahn sehe ich dafür noch eine Chance, wenn der Flughafen einigermaßen floriert. Westlich ist für mich der Zug abgefahren, und ich glaube, das ist eine realistische Einschätzung. Man muss auch wissen, wann man verloren hat.
Poppenspäler hat geschrieben:Grüße vom Rhein
Gruß zurück!
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